... Doch dieses Jahr war alles neu: „Joels Bewerbung wurde mir direkt vom Träger vorgeschlagen. Er hatte sich sofort per E-Mail gemeldet, wir haben Skype-Kontakte ausgetauscht und einen Termin ausgemacht. Das war alles sehr aufregend.” Marion hatte noch nie ein Bewerbungsgespräch über das Internet geführt. „Wir haben zweimal miteinander gesprochen. Wir wussten am Anfang gar nicht, was unsere Fragen sind. Wir haben uns also vorgestellt und dann habe ich ihm eine Hausaufgabe für in drei Tagen gegeben: Er sollte sich auf Deutsch vorstellen, weil er das auch bei den Kindern in der Schule machen muss.” Verschmitzt fügt sie hinzu: „Ich bin eben Lehrerin, ich gebe Hausaufgaben.” Sich selber hat sie auch eine Hausaufgabe aufgegeben: „Ich musste alle Fragen an Joel übersetzen, weil mir viele Vokabeln fehlten.”

Gemeinsame Entscheidung

Nach dem Gespräch gab Marion erst noch den anderen Bewerbenden eine Chance und nachdem ihr keiner geeigneter erschien als Joel, fragte sie ihre Kollegen und Kolleginnen. „Ich konnte die Entscheidung nicht alleine treffen. Es ist eine sehr große Verantwortung, wenn jemand von so weit weg zu uns kommt und nicht einfach wieder nach Hause fahren kann.” Gemeinsam machten sie sich Gedanken, wo Joel wohnen könnte. Es musste ja bezahlbar und in der Nähe sein. In Frankfurt kein leichtes Unterfangen. Er suchte, seine Tante suchte und Marion. „Und dann haben wir auch was gefunden, was für den Anfang erstmal gut war. Ein Studentenwohnheim. Wir mussten ja auch klarstellen, dass seine Eltern dafür bezahlen müssen und können. Als das beides klar war, habe ich mich an die LKB und Irini gewandt und gefragt, was wir jetzt tun müssen. Wir hatten alle keine Ahnung.”

Projekt Visum

Es war aufwendig alle Papiere zusammenzubekommen. Alle offiziellen Einladungsschreiben von der BKJ, der LKB und der Einsatzstelle. Aber am schwierigsten war es dann die gesamten Unterlagen zu Joel nach Simbabwe zu bekommen. Joels Tante wollte es persönlich mit nach Simbabwe nehmen, weil es mit der Post zu unsicher gewesen wäre: „Wir haben sie im Juni auf den Weg gebracht. Und am 3. August war es klar, dass das Visum klappt.” Marion ist sehr froh über die Unterstützung von Irini und der LKB: „Es war toll, dass da jemand war, der mir warten geholfen hat.”

Vorbereitung der Ankunft

Marion hat sich viele Gedanken darüber gemacht, was Joel wissen muss, wenn er kommt. Worüber sie mit ihm sprechen muss. Er sollte hier nicht verloren gehen. So schrieb sie ihm Pläne, wie er von seiner Wohnung zur Schule, seiner Einsatzstelle, kommt und wie er die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Als Joel ankam hat Marion die Wege mit ihm trainiert. Marion sammelte ausrangierte Küchensachen für Joel und kaufte Essen für die ersten Tage. Außerdem hat sie vor seiner Ankunft den Kontakt zur damals aktuellen Freiwilligen hergestellt und so konnte Joel auch direkt Fragen an sie stellen. Am Tag seiner Ankunft in Frankfurt haben sich die beiden dann auch gleich getroffen. Über diese Hilfe war sie sehr froh und darüber, dass Joel so kontaktfreudig ist. Gleich an seinem zweiten Tag in Deutschland hat er an einem Lauf durch Frankfurt teilgenommen. Zusammen mit dem Kollegium. Die Direktorin der Schule war auch da. „Er war sehr erfolgreich und alle waren beeindruckt. Und er hat gleich viele Leute getroffen”, erzählt Marion begeistert.

... To be continued.